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Vorbildliches Saufen

Probleme, Erfahrungen und Berichte zum Thema Alkohol

Vorbildliches Saufen

Beitragvon Jochen » 29. Sep 2009, 17:01

Hallo Freunde,

ich bin der Jochen, Alkoholiker und heute trocken.

Unsere Kinder haben mich so richtig als Säufer kennengelernt, als sie bereits erwachsen bzw. fast erwachsen waren. Was sie jedoch von Geburt an mitkriegten war, dass in unserer Familie Alkohol getrunken wurde.

Habe ich nun dazu beigetragen, dass sie heute ebenfalls Alkohol trinken? Ganz bestimmt ist dies der Fall. Ich meine, dass alle Dinge, die Kindern vorgelebt werden, einen Einfluss auf ihr Verhalten im Erwachsenenalter haben. Sicher wird der Einfluss umso größer sein, je jünger die Kinder sind. Zum Glück können meine Kinder mit Alkohol umgehen und ich hoffe, es beibt so.

Alkohol ist gesellschaftlich anerkannt. Er gehört in unseren Breiten zum Leben, ob man es gut findet oder nicht. In anderen Regionen, z.B. der arabischen Welt, ist Alkohol verpönt und verboten. Entsprechend wird durch die Vorbilder der Alkohol zur Normalität erhoben - oder nicht.

Je nach Konstitution und Vorgeschichte wird ein Mensch, der mit Alkohol umgehen kann, entweder seinen Konsum im Griff behalten - oder eben zum Alkoholiker. Jetzt könnte ich einwenden, dass ich als Alkoholiker zumindest eine abschreckende Wirkung auf die Kinder und Jugendlichen haben müsste. Vielleicht trifft dies auf einige wenige zu, die meisten jedoch werden dieses Negativ-Vorbild nicht auf sich beziehen, denn "Der Säufer hat halt die Kontrolle verloren, ich nicht!". Auch das wird für einige zutreffen, nämlich für die Jugendlichen, die dauerhaft Alkohol in geringen Mengen konsumieren. Bei denjenigen, deren Alkoholkonsum kontinuierlich ansteigt, geht die Negativ-Vorbild-Funktion flöten: Ich habe noch keinen Trinker kennen gelernt, der nicht behauptete, er würde seinen Alkoholkonsum kontrollieren, oder zumindest zukünftig wieder kontrollieren.

Wie auch immer, bei mir ist die Vorbildfunktion in Bezug auf Alkohol misslungen und das Negativ-Vorbild funktioniert nicht. Der Satz "Jeder kann zumindest als schlechtes Beispiel nützlich sein" ist genauso eine Illusion wie das sogenannte "kontrollierte Trinken".

Was bleibt also, nachdem ich als Vorbild versagt habe?

Heute bin ich trocken und kann klar denken. Ich kann also das, was ich aus meinem früheren Verhalten gelernt habe, weitergeben. Und ich kann die Augen offen halten. Und ich kann das, was ich von anderen lerne, mit meinen eigenen Erfahrungen verbinden und ebenfalls weiter geben.

Das hat zwar nichts mehr mit Vorbildfunktion zu tun, ist aber doch noch einiges, was mir an Hilfsmöglichkeiten verbleibt. Dafür bin ich dankbar.

Gute 24 Stunden wünscht Euch der Jochen
Gute Freunde helfen einander.
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Jochen
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Re: Vorbildliches Saufen

Beitragvon Jutta » 1. Okt 2009, 13:38

Hallo liebe Freunde,

ich bin die Jutta, Alkoholikerin und trocken

Hier ein paar Zahlen und Anmerkungen zum Thema Kinder von Suchtkranken

In einer Vielzahl von Studien wurde schon vor Jahrzehnten nachgewiesen, dass Alkoholabhängige überzufällig häufig aus Familien stammen, in denen bereits Vater bzw. Mutter oder beide Elternteile abhängig waren.
Eine umfassende Studie zur Transmission von Alkoholismus zeigte, dass von knapp 4000 alkoholabhängigen Personen 30,8 Prozent einen abhängigen Elternteil aufwiesen.
Männer mit einem abhängigen Vater hatten mehr als doppelt so häufig eine Alkoholabhängigkeit als Männer ohne abhängigen Vater.
Als besonders belastet erwiesen sich immer wieder diejenigen jungen Erwachsenen aus einer suchtbelasteten Familie, bei denen beide Elternteile suchtkrank waren oder bei denen ein suchtkranker Elternteil seine Abhängigkeit nicht erfolgreich bewältigen konnte.
In jeder siebten Familie ist ein Kind zeitweise, in jeder zwölften dauerhaft von der Alkoholstörung eines oder beider Elternteile betroffen.
Kinder von Alkoholikern sind als die größte Risikogruppe für die Entwicklung von Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit anzusehen.
Insgesamt ist davon auszugehen, dass diese im Vergleich zu Kindern nicht suchtkranker Eltern ein bis zu sechsfach höheres Risiko haben, selber abhängig zu werden oder Alkohol zu missbrauchen.
Belegt ist auch, dass für Kinder in suchtbelasteten Familien das Risiko, an anderen psychischen Störungen (insbesondere Angststörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen) zu erkranken, deutlich erhöht ist.
Jedoch ist ausdrücklich nicht davon auszugehen, dass alle Kinder von Alkoholikern zwangsläufig eine eigene Abhängigkeit oder andere psychische Störungen entwickeln.
Die Gruppe der Kinder aus suchtbelasteten Familien als Ganze zeigt jedoch zweifelsfrei eine höhere Verwundbarkeit gegenüber Verhaltens- und Erlebensstörungen als Kontrollgruppen mit normalem familiärem Hintergrund.
Jugendliche folgen Vorbildern. Leider aber oft den falschen.
Aber woher sollen die RIchtigen kommen?
Laut Drogenbericht der Bundesregierung konsumieren 9,5 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen, rund 1,3 Millionen Menschen sind alkoholkrank, 73.000 sterben jährlich an den Folgen von Alkoholmissbrauch.
In der Gesellschaft herrsche eine "weit verbreitete unkritisch positive Einstellung zum Alkohol vor", beklagt der Bericht. Da also muss man ansetzen, den vermeintlich Zusammenhang zwischen Spaß, Anerkennung und Alkohol durchbrechen. Das geht nur über Vorbilder.
Welche Rolle spielt das Beispiel der Eltern für die Entstehung des Alkoholismus?
Häufig stammen Alkoholkranke aus Familien, in denen schon ein Elternteil alkoholkrank war. Verschiedentlich ist deshalb beim Alkoholismus über die Einflüsse der Erbanlagen der Eltern diskutiert worden.
Zweifellos spielen aber auch Umwelteinflüsse eine wesentliche Rolle. So ist bedeutsam, wenn ein Kind von seinem Vater (oder von seiner Mutter) nicht gelernt hat, Probleme in der richtigen Form zu bewältigen. Obwohl der Jugendliche den Alkoholismus seines Vaters ausgesprochen negativ erlebt hat, kann er schließlich das "Vorbild" des Vaters übernehmen und jetzt trinken, um seine eigenen Probleme zu lösen ("Modell-Lernen").
Weiterhin wissen wir, dass Kinder ganz allgemein die nächsten Bezugspersonen, also vorwiegend den Elter, nachahmen. Wie bekannt, trinken die Alkohol-"Normalverbraucher" vornehmlich dann, wenn sie sich wohl fühlen und äußern sich auch diesbezüglich ("Hm, das schmeckt!").
Will das Kind sich nun auch "wohl fühlen", so sagen wir: "Alkohol ist nichts für Kinder!" und verbieten, ohne dass wir dies weiter begründen. Ohne eine Begründung aber rufen wir beim Kind die Überzeugung hervor, es würde ihm etwas ausgesprochen "Gutes" vorenthalten. Oder z. B. im Bekanntenkreis, wenn alle beieinander sitzen und das Kind dann tatsächlich aus dem Glas eines Anwesenden mit/oder ohne das Glas abzusetzen trinkt:
Alle verstummen, jeder achtet auf das Kind, wie viel es trinken kann und lachen, wenn jemand sagt: "Wie der trinkt, ein echter Sohn seines Vaters!" Wir bedenken dabei nicht, dass wir den Wert des Alkohols für das Kind verstärken!
Ganz allgemein können wir deshalb sagen: Je häufiger und ausgiebiger im Elternhaus Alkohol getrunken wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für die Kinder, später auch ständig und viel Alkohol zu konsumieren.
Welche Rolle spielen Konflikte in Familie, Schule und Beruf für die Entstehung des Alkoholismus?
Im Prinzip kann jeder Konflikt Auslöser für die Entstehung erhöhten Alkoholkonsums sein, so auch ein Konflikt im familiären, schulischen oder beruflichen Bereich.
Der erhöhte Alkoholkonsum ruft jedoch wieder familiäre Schwierigkeiten (Streitereien, Vorwürfe der Eltern, des Partners usw.) und schulische bzw. berufliche Probleme (unentschuldigtes Fernbleiben von der Schule, dem Arbeitsplatz, Angetrunkensein während der Schulzeit, Arbeit usw.) hervor; die gesamten Konflikte werden somit immer mehr, und der Drang danach, diesen Konflikten aus dem Weg zu gehen, wird immer größer ("Teufelskreis").

Meine Kinder haben keine Kontollprobleme. Sie trinken "normal". Ich hoffe das bleibt so!

Allen gute 24 Stunden wünscht Euch Jutta


Füreinander ist Miteinander
Jutta
 


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