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Selbstschutz IV

Probleme, Erfahrungen und Berichte zum Thema Alkohol

Selbstschutz IV

Beitragvon Jutta » 14. Feb 2010, 20:15

Um trocken zu bleiben hat es mir in der Anfangsphase ganz enorm geholfen zu verstehen was überhaupt in meinem Körper und in meinem Kopf passiert. Zu wissen warum ich nicht mehr und nie wieder trinken darf, welches die Gründe dafür sind, erleichtern mir das trockenen Leben ungemein.

Es gibt ganz viel Literatur dazu, das meiste ist echt schwere Kost. Das mir am einfachsten zu verstehende füge ich in Auszügen an, in der Hoffnung das es dem ein oder anderen auch zu verstehen hilft und den trockenen Weg zu gehen erleichtert.


Wie nimmt der menschliche Körper den Alkohol auf?
Alkohol wird im gesamten Verdauungstrakt, beginnend mit der Mundschleimhaut, sehr gut resorbiert (aufgenommen). Über die Mundschleimhaut werden besonders schnell hohe Alkoholblutwerte erreicht, da der Alkohol hier die Leber umgeht. Die Alkoholresorbtion wird durch warmen Alkohol (z.B. Glühwein), durch Zuckerzusatz (z.B. Likör) und durch Kohlensäure (z.B. Sekt) wegen der verstärkten Magen-Darm-Durchblutung beschleunigt. Hingegen vermindern Nahrungsaufnahme, insbesondere Fette und Proteine die Geschwindigkeit der Alkoholresorbtion. Die Endgültige Aufnahme bleibt aber die gleiche, sie geschieht nur langsamer.

Der Alkohol wird nach seiner Aufnahme über das Pfortaderblut zur Leber transportiert und dort verstoffwechselt. In der Leber wird der Alkohol durch das Enzym Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd (CH3-CHO) abgebaut. Acetaldehyd fürchten alle Trinker, denn das ist der Stoff, der den "Alkoholkater" macht. Acetaldehyd wird dann durch die Acetaldehydrogenase weiter abgebaut zu Acetat (CH3-COOH) bzw. Essigsäure. Die Essigsäure wird dann im ganzen Körper den Energiestoffwechsel zugeführt und über den Zitratzyklus und die Atmungskette zu Kohlendioxyd (CO2) und Wasser oxidiert. Hierbei entsteht Energie. Falls der Körper keinen Energiebedarf hat, kann die Essigsäure auch in die Lipogenese eingeschleust werden (d.h. als Fett eingelagert werden).

Der Alkoholabbau durch die Alkoholhydrogenase ist mengenmäßig durch die Anzahl der vorhandenen Enzyme begrenzt. Pro 10 kg Körpergewicht wird in einer Stunde 1 g Alkohol abgebaut. Die Enzymdichte der Alkoholhydrogenase kann nicht beeinflusst werden, so dass die Gewöhnung an große Alkoholmengen eine reine Gewöhnung des zentralen Nervensystems ist. Das bedeutet, der Alkoholiker, der zehnmal soviel trinken kann, hat auch die zehnfache Giftdosis im Körper. Die schon erwähnten Zusatzstoffe im Alkohol (Fuselöle) werden ebenfalls über die Alkoholhydrogenase abgebaut und verlangsamen die Alkoholentgiftung. Der Abbau von Acetaldehyd (der Stoff aus dem der Kater ist) wird durch Zucker gehemmt. Deswegen ist der Kater beispielsweise nach Bowle besonders schlimm.

Ca. 5% des aufgenommenen Alkohols werden über Urin, Schweiß und Atemluft ausgeschieden.

Wie wirkt der Alkohol im Gehirn?
Alkohol verändert in erster Linie die Stimmung. Dabei wirkt er in kleineren Dosen anregend, bei größeren Dosen eher hemmend. Der Trinkende fällt zunächst in einen euphorischen Zustand welcher bei weiterer Alkoholzufuhr in Ermüdung endet. Es gibt verschiedene Theorien, wie der Rausch zustande kommt, jedoch gilt bislang noch keine als erwiesen.

Trägheit: GABA (GammaAminoButterAcid) ist der wichtigste hemmende Überträgerstoff von Nerv zu Nerv (Synapsen). Seine Wirkung wird durch Alkohol verstärkt. Der Körper versucht gegenzusteuern, indem er die Rezeptoren vermindert.

Krämpfe: Glutamat ist ein aktivierender Botenstoff. Unter dem Einfluss von Alkohol lässt seine Wirkung nach. Gegenregulation - es werden mehr Rezeptoren gebildet. Glutamat wird für Krampfanfälle im Entzugsdelirium verantwortlich gemacht.

Halluzination: Dopamin ist unter anderem ein wichtiger Überträgerstoff des limbischen Systems, das für unser Gefühlsleben eine starke Bedeutung hat. Es verliert seine Wirksamkeit unter dauerndem Alkoholeinfluss. Bleibt der Alkohol aus (Entzug), scheint sich seine Wirkung aber zu überschlagen - es kommt zu Halluzinationen.

Vergesslichkeit: Acetylcholin, ein wichtiger Überträgerstoff im gesamten Körper. Seine Rezeptoren im Gehirn nehmen unter ständigem Alkoholeinfluss ab. Das soll für "kognitive Defizite" verantwortlich sein - es kommt zu Fehleinschätzungen und Gedächtnisschwäche.

Unruhe: Der Sympathikusnerv, im autonomen Nervensystem, welches nicht willkürlich beeinflussbar ist, für alle Alarmreaktionen (Stress) zuständig, reagiert überempfindlich, weil Rezeptoren, die ihn normalerweise bremsen, untergehen.

Wie wirkt der Alkohol im Körper?

Alkohol verteilt sich im gesamten Körperwasser. Er bewirkt ein verstärkte Magen-Darm-Durchblutung und eine vermehrte Sekretion von Salzsäure und Verdauungsenzymen. Diese Tatsache nutzt man beispielsweise mit einem Magenbitter nach einem fettreichem Essen.

Bei Herz- und Kreislauf wird die periphere Durchblutung angeregt, dadurch ist die Haut gerötet und warm. Es wird als angenehme Wirkung des Alkohols empfunden, wenn man friert. Allerdings wird durch die vermehrte Hautdurchblutung auch vermehrt Wärme abgegeben. So besteht zum Beispiel für obdachlose Alkoholiker im Winter die Gefahr des Erfrierens. Die chronische Gefäßerweiterung kann an Nase, Fingern und Zehen zu einer dauerhaften Aussackung der Gefäße führen und so zu der sogenannten "Schnapsnase".

In den Atemwegen kommt es zu einer Verstärkung der Atmung. Dies zeigt sich zum einen im vermehrten Japsen der Betrunkenen und zu lautem Schnarchen im betrunkenen Schlaf. Im präfinalem ("Vorendstadium") Stadium der Alkoholvergiftung setzt allerdings eine zentrale Atemlähmung ein.

In der Niere fördert der Alkohol zum einen den Grundumsatz der Nierentubuli und zum anderen selektiv die Nierendurchblutung, dies führt zu einer verstärkten Diurese (Harnbildung), was den verstärkten Harndrang erklärt. Trotz dieser nierenanregenden Wirkung ist die Bierempfehlung beim Nierensteinpatienten unter dem Aspekt des Alkoholismus nicht unumstritten.

Beim Mann kommt es durch den Alkohol zu einer Steigerung der Libido (sexuelles Verlangen), aber zu einer verminderten Erektionsfähigkeit.

In der Leber kommt es durch die Entgiftungsfunktion zum Teil zur Überlastung des Leberstoffwechsels und durch die hohe Alkoholkonzentration auch zur toxischen Zellschädigung. Dies führt anfangs zur Leberzellverfettung, später dann zur Fettleber-Hepatitis und in der Folge durch Zerstörung der Läppchenstruktur der Leber zur Leberzirrhose. Die Folgen der Leberzirrhose bestehen dann im Ausfall der Leber als wichtigste Körperdrüse, und zwar sowohl für die Blutbildung (Transportproteine, Gerinnungsfaktoren, Energiestoffwechsel) und für die Verdauung (Gallensäuren) und Ausscheidung von Giftstoffen. Aufgrund dieses Ausfalles kommt es zur Ascites (Bauchwassersucht) und zur langsamen Vergiftung des Körpers mit Stoffwechselschrott bis hin zum Leberkoma.

Am Magen-Darm-Trakt kommt es durch die dauerhafte Alkoholwirkung zu chronischen Entzündungen (Gastritis und Enteritis), was wiederum die normale Nahrungsverwertung einschränkt.

Der wichtigste Angriffspunkt ist das zentrale Nervensystem (ZNS). Im ZNS kommt es je nach Alkoholdosis zu verschiedenen Wirkungen. In geringen Dosen werden eher hemmende Zentren des ZNS gehemmt, dadurch kommt es zur psychischen Auflockerung, zur Fröhlichkeit, Redseligkeit und auch zur Selbstüberschätzung. Diese Wirkungen, die schon bei geringen Alkoholdosen auftreten, sind ja manchmal ganz nett, aber unter dem Aspekt einer psychischen Krankheit oder des Straßenverkehrs schon gefährlich. Körperlich sichtbare Folgen dieser "Enthemmung" sind auch schon erste Gangstörungen bei 0,3 Promille oder einer Einschränkung des Gesichtsfeldes bei 0,4 Promille. In höheren Alkoholdosen kommt es zur Hemmung von erregenden Zentren des ZNS, wodurch es zu Koordinationsstörungen, Sprachstörungen, zur Verlängerung der Reaktionszeit, zu Störungen in der optischen und akustischen Wahrnehmung kommt. In diesem Rauschzustand sinkt die Muskelleistung und man findet eine fatale Diskrepanz zwischen der eigenen Einschätzung der Leistungsfähigkeit und der Realität. Bei 1,4 Promille liegt ein kräftiger Rauschzustand vor, bei 2,0 Promille ist das Bewusstsein stark eingetrübt und hier fehlt dann auch meist das Erinnerungsvermögen, was für den Betroffenen zum Teil peinlich sein kann. Bei 4,0 bis 5,0 Promille liegt die tödliche Grenzkonzentration, die beim "normalen Menschen" über die Atemdepression und das Koma zum Tode führt. Der "trainierte" Alkoholiker kann durch die Gewöhnung des ZNS sehr viel höhere Promillewerte vertragen, wobei das Gehirn den hohen Alkoholwert scheinbar nicht wahrnimmt, aber die anderen Organe wie Leber, Nieren und Gefäße natürlich erheblich vergiftet werden. Das Gehirn gewöhnt sich an die dauerhafte Blockade der erregenden Zentren, so dass der Alkoholkranke im nüchternen Zustand häufig über Koordinationsstörungen (Zittern), Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein, Konzentrationsstörungen oder Schlaflosigkeit leidet.


gute 24 Stunden

Jutta, Alkoholikerin - heute trocken



Quelle: http://www.a-connect.de
Jutta
 

Chemische Zusammenhänge

Beitragvon Jochen » 15. Feb 2010, 20:35

Für den einen oder anderen mag die Wirkung des Alkohols im Körper aufschlussreich sein - mir persönlich reicht es völlig aus, zu wissen, dass der Alkoholismus eine tödliche Krankheit ist. Alkoholkranke, die nicht in die Trockenheit gelangen, verrecken elendig. Das Wissen über die chemischen und biologischen Zusammenhänge hätte mich nie dazu gebracht, mit dem Trinken aufzuhören und es schützt mich auch nicht vor einem Rückfall in das alte Verhalten.

Allein die Tatsache, dass bei mir das nächste Glas zu einer unüberschaubaren Kette von Gläsern führt (die dann aber immer noch zu wenige sind, um dauerhafte Zufriedenheit zu erlangen), bringt mich dazu, dieses stehen zu lassen.

Alkoholismus ist für mich kein "Schönheitsfehler". Ich werde alles dafür tun, nicht mehr in die Hölle zurückzukehren!

Gute 24 Stunden!
Jochen, Alkoholiker und heute trocken
Gute Freunde helfen einander.
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