BITTE VERWENDET ZUM SCHREIBEN AB SOFORT DAS NEUE FORUM AUF

http://forum.leben-ohne-alkohol.org

DANKE!


Homepage


Neue Beiträge

Mobile tracking software updates
von: danielaaustine 29. Apr 2014, 17:16 zum letzten Beitrag 29. Apr 2014, 17:16

Cheap Kitchens For Sale London
von: matabezou 26. Sep 2013, 04:10 zum letzten Beitrag 26. Sep 2013, 04:10

Cheap Fitted Kitchens For Sale London
von: ahtelo 26. Sep 2013, 03:24 zum letzten Beitrag 26. Sep 2013, 03:24


Suche

  


Bot Tracker

Bing [Bot]
14. Nov 2018, 15:14
Google [Bot]
14. Nov 2018, 13:44
Exabot [Bot]
13. Nov 2018, 06:03
Yandex [Bot]
12. Nov 2018, 14:03
Baidu [Bot]
12. Sep 2018, 15:54


Kategorien

Kategorie
Probleme, Erfahrungen und Berichte zum Thema Alkohol

Kategorie
Mitarbeit ausdrücklich erwünscht!

Kategorie
Hier gibt es Hinweise zur Bedienung von Forum und Chat »Leben ohne Alkohol«

Kategorie
Allgemeine Informationen zum Forum

Hilfe annehmen

Probleme, Erfahrungen und Berichte zum Thema Alkohol

Hilfe annehmen

Beitragvon Jochen » 17. Aug 2009, 13:38

Hallo, liebe Freunde,

In verschiedenen Foren lese ich immer wieder Hilferufe, nicht nur von Trinkern, sondern ganz oft auch von deren Angehörigen.

Wie war das denn bei mir?

Von einigen (zum Glück nur einigen) Menschen aus meinem Freundeskreis wurde ich immer wieder mit Empfehlungen konfrontiert: Trink nicht so viel... Du solltest Deinen Alkoholkonsum überprüfen... Es gab auch Warnungen: Wenn du so weiter machst, wirst du krank werden... deine Arbeit verlieren... deine Familie wird sich von dir abwenden... und so weiter.

Wenn ich heute auf meine letzten nassen Jahre zurückschaue wird mir eines ganz klar: Diese "Predigten" wischte ich einfach vom Tisch - aus Trotz, aus Unehrlichkeit zu mir selbst, im Glauben mein Leben vollständig im Griff zu haben. Ich hatte mir so lange meine eigene Scheinwelt gebastelt - die ließ keine Kritik zu. Basta.

Wie kam ich dazu, diese Scheinwelt zu verlassen? Wie konnte ich dieses jahrzehntelang aufgebaute Lügengebäude zum Einsturz bringen? War ich das überhaupt selbst?

Als ich noch trank, distanzierte sich meine Familie stückchenweise von mir. Auch einige Berufskollegen taten dies. Immer weniger hörte ich etwas wie "Du solltest..." oder "Du musst..." - das war aber genau das, was ich mir im tiefsten Inneren wünschte! Denn dann hätte ich mich wehren können, indem ich behauptete, ich hätte alles im Griff und würde mein Trinken kontrollieren. Aber sie ließen mich los. Für mein alkoholkrankes Hirn war das hart. Ich wollte kämpfen, beweisen, dass ich den Alkohol kontrolliere - aber niemand wollte meine Beweise.

Hilfe brauchte ich ja keine, das passte nicht in mein Weltbild; Hilfe annehmen, das war ein Zeichen der Schwäche, also nichts für mich als "kontrollierender Trinker". Aber dass sich mir nahestehende Menschen von mir abwendeten, passte mir gar nicht. Es passte nicht in mein "Leben". Den Gedanken, dass es bereits längst ein Alkohol-gesteuertes Leben war, ließ ich ich nicht zu. Aber dieses Loslassen, insbesondere meiner Familie, versetzte meiner Scheinwelt einen Knacks. Ich stellte zum ersten Mal mein Trinkverhalten in Frage, jedenfalls manchmal ein kleines bisschen.

Ich wurde krank und lag zwei Wochen mit heftigen Fieberschüben im Bett. Ich brach zusammen und merkte deutlich, dass ich gegenüber dem Alkohol völlig machtlos war; ich war fertig mit der Welt, die Krankheit gab mir sozusagen den Rest. Aber irgendwie spürte ich, dass es eine Alternative gab. Ja, plötzlich brauchte und wollte ich Hilfe. Bis dahin lehnte ich jede Hilfe ab, die mir von meinen Mitmenschen angeboten wurde. Ich hörte auf zu trinken. Zuerst bekam ich keine Hilfe, naja, nicht ganz, immerhin bekam ich weiterhin keine "gutgemeinten Ratschläge" (Vielleicht war das sogar die größte Hilfe). Die ersten Wochen und Monate ohne Alkohol waren von völliger Zerrissenheit geprägt. Erst allmählich fingen ich und meine Umgebung an, mein neues, alkoholfreies Leben ernst zu nehmen. Meine liebe Ehefrau trank ebenfalls keinen Alkohol mehr, obwohl sie nie viel getrunken hatte. Meine Töchter unterließen es, in meiner Gegenwart Alkohol zu trinken. Es bedurfte nicht vieler Worte: Ich war angekommen - bei mir selbst und in meiner Familie. Und die größte Hilfe waren auch nicht Worte, sondern das neu gefundene Miteineinander in allen Lebensbereichen. Damals hatte ich noch keine Ahnung von Anonymen Alkoholikern und Selbsthilfegruppen. Allein die Wendung zu einem guten, freundschaftlichen Leben (im Vergleich zu meiner vorherigen "einsamen" Scheinwelt) war wohl entscheidend für weitere trockene Tage. Und ich zählte die Tage meiner Trockenheit, später die Wochen und Monate. Ich freute mich über die immer länger andauernde Zeit ohne Alkohol und gebe heute zu, dass ich stolz darauf war. Erst Monate später lernte ich durch die Anonymen Alkoholiker, den Blick auf das Heute zu richten.

Ich werde wohl immer Hilfe brauchen, aber inzwischen nehme ich sie gerne an. Früher hätte ich das -mindestens- für peinlich gehalten. Hilfe annehmen und manchmal auch zurückgeben ist einfach eine großartige Sache, ist nicht einfach nur "notwendig", sondern schön und stärkend. Es wird häufig von "professioneller Hilfe" gesprochen, die ein Trinker benötigt. Ich glaube, dass diese oft zu allopathisch angewandt wird. Dauerhafte Hilfe erfahre ich jedenfalls durch Freundinnen und Freunde, die ähnliches wie ich durchgemacht haben und mit denen ich über "Gott und die Welt" reden kann.

Jochen, heute trockener Alkoholiker.
Gute Freunde helfen einander.
Benutzeravatar
Jochen
Forum Admin
 
Beiträge: 621
Registriert: 02.2009
Wohnort: Hessen
Geschlecht: männlich

Zurück zu "Zum Thema Alkohol..."

 

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron