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Ich war Angehöriger und bin jetzt Betroffener

Stellt Euch kurz vor...

Ich war Angehöriger und bin jetzt Betroffener

Beitragvon Keating » 16. Mai 2011, 08:59

Ich bin W..., ein liebenswerter Mann und ich neige dazu , mich zu überfordern.

so lautet mein Einstellsatz, der Zugleich mein Abschiedssatz wurde, den die Gruppe und mein Arzt mir mit auf den Weg gegeben haben.
das war im November 2007 in Bad Herrenalb.
ich war dort auf eigenen Wunsch nach einem Zusammenbruch als Folge jahrelanger Co-Abhängigkeit; die Mutter meiner drei Kinder ist alkoholkrank und ich habe auf mehreren `Baustellen` gleichzeitig gearbeitet.
immer wieder -das weiß ich heute- habe ich Chaos und Krisen konstruiert, habe ein Leben weit unterhalb meiner Möglichkeiten gelebt und mich ständig `weggemacht`.
ich wollte nicht sehen, dass ich selbst seit jahrzehnten zuviel getrunken habe.
selbst beim Arbeiten mit `Mut zur Unabhängigkeit`habe ich nicht realisiert, dass ich zuviel trinke und mich wegmache, weil ich mich selbst nicht ertrage.
ich habe auf vielen Gebieten `geforscht`, mit dem Vater gerungen, mit meiner Männlichkeit,habe Erklärungen gesucht für mein Unwohlsein, meine Depressivität...
Ursache ist , bzw. war, ganz sicher, das Trauma 1956: schwere Verbrennungen mit heißer Milch und der anschließende,mehrwöchige Krankenhausaufenthalt, ohne meine Eltern sehen zu dürfen.
dieses Szenario verursachte in all den Jahren bis heute das, was Ärzte und Psychotherapeuten eine Posttraumatische Belastungsstörung nennen...
später kamen die Schläge und Erniedrigungen meines Vaters dazu, als ich die ersten `Enttäuschungen`lieferte...
ich selbst war es, der irgendwann damit begonnen hat , sich `wegzumachen`, zu glauben,ich sei nicht liebenswert, werde verlassen.
`sei nicht, oder zumindest nicht so, wie du bist...
der Stress im inneren System,ich habe ihn selbst erzeugt und geglaubt, die da draußen nähmen mich nicht ernst,möchten mich nicht...
so habe ich die Welt `wahrgenommen` und auf sie reagiert.
klar, dass das Krisen und Chaos erzeugt !
also habe ich eine Rolle kreiert,den Wein trinkenden Intellektuellen, den Hobbykoch.
mein bisheriges Leben: eine Serie von Krisen und Katastrophen, aber auch immer wieder Anstöße und Hilfen, die ich nur zu selten wahrgenommen habe.
J..., eine Ärztin in Bad Herrenalb, früher selbst mehrfachabhängig , eine verwegen wirkende Frau, hat das mal so erklärt,die Sache mit dem `Verwegenen`: das ist eine verhängnisvolle Rolle, die einen u.U. wieder hinunterzieht...
Warum orientiere ich mich an diesen Wein trinkenden, verwegenen Typen, warum nicht an Peter Maffai, der nichts mehr trinkt und trotzdem unglaublich männlich agiert !?
ich habe immer schon über das Potential verfügt, mein Leben zu leben, es zu verantworten, habe es nur nicht gewusst bzw. nicht geglaubt.
Fatal !
nein, ich bin kein Opfer, ich bin kein Versager !
vielleicht eröffnet sich ja jetzt zum ersten Mal - mit 56 - die Möglichkeit,mein Leben zu leben,zu verantworten, ohne mich `wegzumachen` !?
Keating
 
Beiträge: 1
Registriert: 05.2011
Geschlecht: nicht angegeben

Re: Ich war Angehöriger und bin jetzt Betroffener

Beitragvon Biene » 22. Mai 2011, 09:30

Hallo Keating,

ich habe angefangen ährend meiner Ausbildung mit dem saufen-habe es aber nicht bemerkt.Allerdings wurde ich mitte der 80 iger Jahre schon angesprochen ich solle mal was für mich tun und ein Neurologe meinte ob ich ein Alkoholproblem hätte-ich verneinte.Unter mir war im Jahre 1983 ein Wohnungsbrand,es war eine andere Wohnung,der mir heute nicht ständig aber von Zeit zu Zeit immer mal wieder zu schaffen macht.Im Jahre 2001 hatte ich dann meinen Tiefpunkt und bin seitdem trocken.Da Therapeuten nicht an mich rankommen gehe ich zu den AA und das hilft mir-dort spreche ich wenn nötig auch über den Brand.Mein zweiter Ehemann trank Quartalsweise und hat mich auch geschlagen-worauf ich die Scheidung eingereicht habe-zu der Zeit war ich schon trocken und jetzt habe ich einen lieben Lebenspartner der ebenfalls trockener Alkoholiker ist.
Mich sprach ganz spontan die Überschrift an -denn ich merkte ganz bewußt auch erst was mit mir los war als ich wegen des zweiten Ehemannes die Familiengruppen der AA die ALANON besuchte und dann merkte wenn ich mit einem AA sprach brachte mir mehr als mit einem ALANON-heute für mich logisch denn ich habe selber gesoffen und verstehe daher Alkoholiker besser als Angehörige und ich spreche gerne Klartext.
Im laufe der Zeit die ich in die Gruppen gehe durfte ich vieles aufarbeiten und es wurde mir vieles klarer.Online bin ich erst seit Dezember 07 unterwegs.
Gruß Biene
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Biene
 
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Re: Ich war Angehöriger und bin jetzt Betroffener

Beitragvon Jochen » 22. Mai 2011, 11:06

Hallo Keating,

das mit der "Aufarbeitung" vergangener Tage ist eine Sache, das was ich heute tue, auch gegen meine Krankheit Alkoholsucht eine andere.

In der ersten trockenen Zeit fing ich damit an, zu ergründen, wo die Ursprünge meines Alkoholmissbrauchs lagen oder liegen. Ich hatte sofort meine Kindheit im Verdacht, ohne das an dieser Stelle weiter zu vertiefen. Jedenfalls war ich fast ein Jahr lang auf der Suche nach den Gründen. Das ist auch okay für mich, solange ich nicht den fatalen Schluss daraus ziehe, dass die "Aufarbeitung" früherer, meist schlimmer Erlebnisse die Voraussetzung für ein trockenes Leben ist.

Heute kann ich an meinem Leben etwas ändern; die Vergangenheit kann ich nicht ändern, weder meine eigenen Fehler, noch diejenigen von anderen sind rückgängig zu machen. Wie ich etwas ändern kann, lerne ich am ehesten von Menschen, die ebenfalls Alkoholiker sind oder zumindest ein Problem mit dem Alkohol hatten oder haben.

Es ist leider so, dass die meisten Alkoholkranken ihrer Vergangenheit nachweinen. Bis vor zwei Jahren tat ich das auch. Und ich wäre bestimmt irgendwann wieder an den Punkt gelangt, wo ich meine Vergangenheit als Grund anerkannt hätte, wieder zu trinken. Auch andere Menschen wollten mir eine Schuld an vielen Dingen während meiner Saufzeit zuschustern. Was nur zum Ziel hatte, dass ich besser "funktioniere". Alkoholismus ist aber eine Krankheit, insofern hat der Begriff "Schuld" hier nichts zu suchen.

Gründe für's Saufen gibt es anscheinend massenweise. Fragt sich nur, warum der eine dann säuft und der andere nicht, obwohl vielleicht beide den gleichen Grund hätten... Nein, der einzige Grund ist, dass ich saufen will, alles andere ist hergeholt.

Einen schönen Sonntag wünscht Euch der Jochen.
Gute Freunde helfen einander.
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