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DEIN WILLE GESCHEHE ??

Probleme, Erfahrungen und Berichte zum Thema Alkohol

DEIN WILLE GESCHEHE ??

Beitragvon Hans aa-leben » 6. Sep 2009, 11:51

Liebe Freundinnen & Freunde

DEIN WILLE GESCHEHE ??

Für mich gehörte dieser Satz bisher immer zu einer Religion, dieser so schlichte Satz, oder ist er doch ein Gebet, den nur gläubige verstehen? Grade heute geht er mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ich höre ihn lautlos immer und immer wieder, es hört einfach nicht auf.

Dein Wille geschehe, Dein Wille geschehe, immer lauter und lauter. Heute kann ich ihn einfach nicht
annehmen, möchte den so lautlosen lauten Ton in meinem Kopf, in meinem Herzen abstellen, einfach einen Knopf drücken und dann Ruhe. Es geht nicht, ich finde grade heute den richtigen Knopf nicht.

Seid einiger Zeit sitzt jeden Freitag eine immer noch junge Mutter in unserer Freitasgruppe, traurig, oft lautlos weinend, ja fast ängstlich sieht sie hin und wieder in die Runde der Freundinnen und Freunde. Sie möchte fragen, sie möchte erzählen, sie möchte ihren Schmerz rausschreien. Es geht nicht Alles in ihr ist wie gelähmt. Von Woche zu Woche ist sie schmaler, ja sichtbar weniger geworden. Ihre rund um die Uhr Bereitschaft für ihren Sohn hat deutliche Spuren bei ihr hinterlassen.

Die Krankheit ihres 15 jährigen Sohnes bei dem sich alle inneren Organe langsam auflösen hat für sie einen 24 Stunden Tag zu Folge. Den großen Jungen täglich windeln und alles was nötig ist zu tun um ihrem Kind ein wenig Erleichterung zu verschaffen, hat sie schon seid Monaten an ihre Grenzen gebracht. Sie steht tapfer jeden Tag ohne zu klagen, ohne zu zweifeln, ja ohne zu trinken durch. Was sind da schon wenige tröstende Worte ? Sie sind zu viel und auch zu wenig, eben nur Worte.

Dein Wille geschehe ??

Heute Nacht klingelte bei mir der Notruf. Weinen, erst laut dann leise und dann nur noch fast lautloses schluchtsen. Mutter und Sohn sind nun in einem Hospitz eingeliefert worden. Sie ist nur noch verzweifelt, Schuldgefühle fressen sie fast auf. Sie hadert mit sich, sie möchte eine bereits getroffene Entscheidung, bei ihrem Kind wenn es zu ende geht keine Lebensverlängernde Maßnahmen einzuleiten, rückgängig machen und in der nächsten Minute auch wieder nicht. Sie steht ohnmächtig vor allem und auch vor dem von ihr so oft ausgesprochenen Gebet.

DEIN WILLE GESCHEHE

Eine AA Freundin und meine Wenigkeit fahren heute zu ihr ins Hospitz, wir möchte einfach nur da sein, bei ihr sein, ihr das Gefühl geben, es ist jemand da, sie ist nicht allein. Worte werde ich sicher nicht finden. Sie ohne Worte einfach nur in den Arm zu nehmen ist sicher hörbarer und deutlicher zu verstehen und ein miteinander und füreinander werden dann vielleicht eher für sie spürbar und fühlbar werden.

Ich höre und lese so oft den Satz:
Es gibt keinen Grund wieder zu trinken und auch bei mir hat dieser Satz sich eingebrannt. Diese Mutter begleitet ihren Sohn mit klarem Gedanken, mit grenzenloser Liebe, mit Tränen voller Liebe, als trockene Alkoholikerin. Sie begleitet ihr Kind auf einem Weg, der für eine Mutter fast nicht mehr auszuhalten ist. Das schafft wohl nur eine Mutter.

Als alter AA Büffel spüre und fühle ich, daß so etwas nur durch und mit viel Gnade und vielleicht auch durch das Wunder dieser großen Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker, daß ich jeden Tag wieder neu erleben darf möglich geworden ist.

Nun wieder den immer gleichen Satz den ich wenn überhaupt nur annehmen kann, begreifen kann ich ihn immer noch nicht in seiner ganzen Tragweite.

DEIN WILLE GESCHEHE

Euch allen gute 24 Stunden

Hans Alkoholiker heute trocken
Hans aa-leben
 

Re: Dein Wille geschehe?

Beitragvon Jochen » 10. Sep 2009, 12:42

Lieber Hans, liebe Freunde,

es gibt Dinge im Leben, die ich nicht verstehen kann. Sind solche traurigen Schicksale nötig, sind sie ein Grund, die Höhere Macht -oder Gott- abzulehnen? Weil sie/er so etwas zulässt?

Wenn ich etwas nicht verstehe, so heißt das nicht, dass ein Schicksal "falsch" ist, dass "kein Sinn" dahinter steckt. Hierfür gibt es viele Beispiele, die sich im Nachhinein als gute, positive Schicksale heraus gestellt haben. Andere verstehen wir (noch) nicht.

Wie war das denn mit Bills Geschichte. Er war völlig am Boden, hatte keine Chance mehr gegen den Alkohol, war verzweifelt und seinem Ende nah. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich großes Mitleid und Traurigkeit empfunden. Heute weiß ich es besser. Sein Schicksal und seine Rettung vor dem Alkohol war nicht nur "sein Ding". Sein Weg aus dem Alkohol wurde für viele, viele Menschen die Wendung in ein gutes Leben.

"Dein Wille geschehe"
Heißt es, dass ich die Hände in den Schoß legen darf, oder muss? Dem Schicksal "fügen"?
Solange ich etwas nicht verstehe -oder etwas nicht ändern kann- , wird es wohl so sein.
Wenn es keinen Ausweg gibt, muss ich darauf vertrauen, dass allein eine Höhere Macht einen Weg zeichnet.

Was aber, wenn ich etwas ändern kann?
Wenn die Änderung zum Guten führt, muss ich sie dann nicht Wirklichkeit werden lassen?

Irgendwie kommt mir dazu immer wieder der Gelassenheitsspruch in den Sinn.

Ich bitte um die Kraft, Dinge die ich nicht ändern kann,
mit Gelassenheit hinzunehmen.
Um den Mut, zu ändern, was geändert werden kann und muss.
Sowie die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Gute 24 Stunden wünscht Euch der Jochen
Gute Freunde helfen einander.
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Re: DEIN WILLE GESCHEHE ??

Beitragvon Klaus » 1. Okt 2009, 18:05

Hallo Ihr Lieben,

als ich klein war, lehrte man mir das Beten und unter Anderem auch das „Vater Unser“! Ich sollte den Willen eines Anderen geschehen lassen, also gehorchen und das mochte ich schon gar nicht. Deshalb hörte ich auf zu beten als ich groß wurde und verstand mich als Atheist!

Jahre vergingen ins Land und so allmählich soff ich immer mehr Bier, Wein und Schnaps und das Beten war immer noch nicht mein Ding. Und ich soff weiter, obwohl ich mich nicht als Alkoholiker verstand. Ich soff und Soff und der Alkohol war meine Religion und eigentlich war er es längst, dessen Willen geschah! Doch ich merkte es nicht einmal. ;-)

Dann war ich ganz am Ende vom Alkohol und ich erinnerte mich daran zu beten und bat ihn etwas geschehen zu lassen. Was ich wiederum wollte, geschah natürlich nicht und es war auch gut so. Irgendwann landete ich bei den Anonymen Alkoholikern und ich wurde tatsächlich trocken.

Jetzt verstand ich auch, was es heißt, dass sein Willen geschieht! Das beruht auf viel Vertrauen, aus meinen bittersten Stunden, dass alles was mein Gott möchte auch gut für mich ist. Jetzt bete ich wieder und sehr gerne das „Vater Unser“! :-)

Gute 24 Stunden

Klaus, Alkoholiker

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern; und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

AMEN
Klaus
 

Re: Dein Wille geschehe?

Beitragvon Jochen » 9. Okt 2009, 12:18

Liebe Freunde,

ich möchte an dieser Stelle mal meine Gedanken zu diesem Thema aufschreiben, so wie ich sie heute empfinde.

Es gibt Dinge in meinem Leben, die ich nicht verstehe. An einem miesen Tag mit Regen und Nebel muss ich mit meinem Auto wegfahren, aber es springt nicht an, zudem verbrenne ich mir den Finger beim Kochen und der Hund klaut mir mein Frühstück. Wenn ich mich trotzdem wohlfühle und fröhlich bin - kann ich mir das nicht erklären. Umgekehrt kann ich bei strahlendem Sonnenschein und fröhlichen Menschen um mich, durchaus in schlechter Stimmung sein. Ich kann versuchen, mir das zu erklären - oft gelingt es mir nicht.

Wenn mich ein Schicksalschlag ereilt, oder ich auch "nur" davon lese oder höre, bin ich geschockt, traurig und hilflos. Ich kann das Problem nicht "lösen", es steht nicht in meiner Macht. Gibt es eine höhere Macht? Wenn es sie gibt, warum lässt sie es dann zu, dass so etwas schreckliches passiert? Ich versuche zu verstehen, warum sie es zulässt - und es gelingt mir nicht, ich sehe keinen Sinn. Dass ich es nicht verstehe, heißt aber nicht, dass es nicht doch einen Sinn geben könnte.

Wenn jemand zwei Jahre lang ausschließlich sogenannte Astronautennahrung zu sich nimmt, stirbt er; obwohl diese Nahrung ja optimal sein soll. Es gibt also lebensnotwendige Stoffe in der Nahrung, die wir (noch) nicht kennen. Witzigerweise essen wir sie, obwohl wir sie nicht kennen.

Ein junger Mensch liegt im Sterben. Wenn es nun einen "lieben" Gott gibt, warum macht er so etwas völlig sinnloses? Eine einfache Erklärung für dieses seltsame Verhalten Gottes ist: Es gibt keinen Gott. Oder? Vielleicht verstehe ich das "Warum" (noch) nicht.

Wie wir wissen, gibt es Menschen, die an eine höhere Macht glauben und andere, die es nicht tun. Ich bin Physiker und habe deshalb schon ziemlich früh eine materialistische Weltanschauung gelehrt bekommen (Ob das gut war, steht auf einem anderen Blatt). Jedenfalls kann ich mich mit keinem der beiden Wege anfreunden: Glauben oder Nichtglauben.

Ich möchte es wissen! Wie kann ich wissen, oder zumindest darauf hoffen, irgendwann zu wissen, ob es eine höhere Macht gibt oder nicht? Unsere Kirchen sagen uns, dass wir es (einfach) glauben sollen. Wer sich schon einmal mit der Darwinschen Erklärung der Evolution auseinander gesetzt hat, wird erkannt haben, dass die Evolution der lebenden Natur (wozu selbstverständlich auch der Mensch gehört) nach bestimmten Gesetzen abläuft. Und die Physiker setzen hinzu, dass es davor wohl irgendwann einmal geknallt hat. Peng, ein Urknall, und schon sind alle Teile da, um unser Weltall und die Welt zusammen zu bauen. Erklärt das aber, dass es keine höhere Macht gibt? Oder zeigt es mir, dass es sie gibt? Und: Gibt es einen "Baumeister"?

Ist nun alles (bestimmten Gesetzen gehorchender) Zufall? Erklärt der Begriff "Zufall" denn überhaupt etwas? Wo kommen die naturwissenschaftlichen und biologischen Gesetze her? Angenommen es gibt den Zufall, ist er dann nur ein anderes Wort für eine höhere Macht?

Ich gebe zu, dass ich mit meiner Erforschung und Beantwortung vieler Fragen noch nicht sehr weit bin.

Eines ist mir schon klar geworden: Ein Blick in die Tiefen der Genforschung reicht mir nicht aus, das Leben und die Frage nach einem Schöpfer zu klären bzw. zu erklären.

Entschuldigt bitte die ziemlich verkürzte Darstellung meines bisherigen gedanklichen Weges. Trotzdem, danke für's Lesen.

Euer Jochen, Alkoholiker und heute trocken
Gute Freunde helfen einander.
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Re: DEIN WILLE GESCHEHE ??

Beitragvon Hans aa-leben » 9. Okt 2009, 17:59

Ist Gott oder eine Höhere Macht heute wieder ein Thema für mich????

Für mich ja und was für ein Thema.

Führt eine Höhere Macht oder auch meine Höhere Macht wirklich eine Strichliste oder gar Buch darüber, ob und wann ich würdig bin, daß ich mich verändern darf, kann ich erst dann und nur dann mit wirklicher Hilfe einer Höheren Macht rechnen ??

Bis zu meinem 18 Lebensjahr bin ich von Nonnen und Ordensbrüdern erzogen worden. Erzogen ?? Nein. Ich wurde Dressiert. Mir wurde ein gefährliches Gift eingehaucht, von dem ich mich nie mehr befreien konnte. Unmerklich, Schleichend, Fordernd und immer mehr Besitzergreifend. Eine Religion ist bei mir eingezogen, wie eine unheilbare Krankheit, als mein Körper und meine Seele noch klein waren und nichts dagegen tun konnten, sich nicht ohne grosse Bestrafung wehren konnten. Die Narben dieser religiösen Dressate sind bei mir nie ganz verheilt, zumindest sind sie immer mal wieder sichtbar, ja spürbar und sehr schmerzhaft präsent.

Als ich zu AA kam, war alles was ich ein halbes Leben lang ängstlich totgeschwiegen hatte, ja bewusst wollte, ganz plötzlich wieder da. Der Name Gott, Höhere Macht, Spiritualität und auch der Hauch einer gewissen Frömmigkeit, oder war es Gläubigkeit, an wen auch immer ? waren bei einigen Freundinnen & Freunden deutlich erkennbar, ja fast fühlbar. Ich konnte überhaupt nicht damit umgehen. Den Namen Gott konnte ich in den ersten Jahren, wenn überhaupt nur mal so eben durch die Zähne quetschen. Es war lediglich ein ungutes Zischen in Erinnerung an meine wirklich unschöne Kindheit. Erinnerungen an einen Gott den ich nur strafend, ungerecht und böse empfunden und oft auch körperlich schmerzhaft gespürt habe.

Der dritte Schritt des AA Programms war mir dann auch mehr als suspekt, hieß es da doch tatsächlich, Wir faßten den Entschluß, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes-wie wir ihn verstanden anzuvertrauen.
Das fehle mir grade noch, das hatte ich doch hinter mir. Damit wollte nie wieder etwas zu tun haben, davon war ich geheilt. Ich hatte doch den aufrichtigen Wunsch mit dem trinken aufzuhören und ließ auch jeden Tag immer wieder neu das erste Glas stehen. Reichte das denn nicht?? Darum ging ich doch 3 mal die Woche ins Meeting. Ich bemühte mich doch jeden Tag wieder ein ganz klein wenig lebenfähig zu werden und vielleicht auch hin und wieder nüchtern zu sein.

Und ausserdem, ( Gott wie wir ihn verstanden ) was sollte das denn.?? Das habe ich mein halbes Leben versucht und was hat es genutzt?? Ich habe mich in 25 Jahren fast zu tode gesoffen, wo war da ein Gott,
dieser mir von einem fanatisch gläubigen Bodenpersonal eingeprügelte Gott ??

Das ist die eine Seite die bei mir mit Gott und Glauben zu tun hat. Einige Jahre später und immer noch trocken, ist etwas mit mir passiert. Ich weiß nicht was es war und erklären kann ich es auch nicht, warum auch ? Ich Hans der Alkoholiker durfte bei den Freundinnen & Freunden hier in meiner Stadt Gläubig werden, Gläubig wie ein Kind.

Der Name Gott hatte aber nichts, absolut nichts damit zu tun. Ich habe auch keine besondere Religion gefunden, oder irgendeine aussergewöhnliche Kirchentür entdeckt. Im Gegenteil, ich weiß auch heute noch nicht wie hier in meiner Stadt die Kirchen von innen aussehen. Es war etwas was ich spüren, fühlen, annehmen konnte und auch durfte, ohne ZWANG, ohne MUSS. Ich durfte Leben, ich durfte Lieben, ich durfte Glauben. Da war etwas , was grösser war als ich, unbegreiflich und doch da.

Ich darf heute jeden Tag wieder neu, diese Unbegreiflichkeit einer Höheren Macht annehmen, ja oft auch nur aushalten. Ich brauche eine oder auch diese Höhere Macht nicht zu verstehen, wie es im 3 Schritt heißt,
Gott wie wir ihn verstanden Mir reicht es für mein heutiges Leben völlig, wenn ich sie annehmen kann und darf.

Heute kann ich den so einfachen und schlichten Satz zumindest verstehen, vielleicht kann ich ihn irgendwann auch annehmen.

( Dein Wille geschehe )

Ich habe ein halbes Leben dafür gebraucht.

Ich habe so vieles in meinem Leben noch nicht getan,
weil ich nie versucht habe es zu tun.

Ich wünsche allen noch Leidenden ganz viel Mut und Hoffnug,
ihr neues trockenes Leben zu beginnen und zu leben.

Euch allen gute 24 Stunden.

Hans Alkoholiker heute trocken.


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Re: Dein Wille geschehe ??

Beitragvon Jochen » 5. Nov 2009, 14:41

Weder die Atomphysiker, noch die Genforscher oder andere sogenannte Naturwissenschaften konnten bis jetzt herausfinden, wo der ursprüngliche Bauplan allen Lebens liegt, geschweige denn, wer der "Bauherr" ist.

Vor einigen Jahren jubelte die Gen-Fraktion unter den Wissenschaftlern "Ha, wir haben's rausgefunden. Wir haben alle Gene entschlüsselt. Der Bauplan liegt offen." Das war eine sehr voreilige und selbstgefällige Antwort auf die Frage nach Gott und Ursprung des Lebens. Sicher steckt eine Bau"zeichnung" in den Nukleinsäuren der Gene. Damit ist leider nicht erklärt, wie die Zeichnung da hineingekommen ist. Die für mich noch wichtigere Frage, wer sie da hinein getan hat, ist erst recht nicht durch die heutige Wissenschaft erklärt worden. Das ist so, wie wenn ich behaupte, dass die Wolken die Ursache für den Regen sind. Es ist einfach zu kurz gedacht, denn auch die Wolken haben ihrerseits eine Ursache; die Wolken sind nicht die Ursache, sie sind die Voraussetzung für den Regen. Ist es Zufall, wenn es regnet? Ist es Zufall, dass Natur und Leben so funktionieren, wie sie es tun? Ich meine, es ist zumindest sehr unwahrscheinlich, für mich ehrlich gesagt, unmöglich.

Selbst eingefleischte, atheistisch orientierte Naturwissenschaftler lehnen Zufälle ab. Sie forschen so lange auf ihrem Gebiet, bis aus dem vermeintlichen Zufall sich eine Regel oder ein Gesetz kristallisiert. Und bei der Suche nach einem Bauherrn für das Leben soll plötzlich der Zufall herhalten? Albert Einstein war einer der wenigen modernen Naturwissenschaftler, der diesen Widerspruch erkannt hat:

»Gott würfelt nicht«

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Re: Dein Wille geschehe ?

Beitragvon Jochen » 25. Nov 2009, 09:00

Ich hatte es schon fast vergessen - im blauen Buch der Anonymen Alkoholiker ist folgendes zu lesen (Kap.4 "Wir Agnostiker"):

Ein gewöhnlicher Stahlträger enthält Massen von Elektronen, die mit unheimlicher Geschwindigkeit umeinanderwirbeln. Diese winzigen Körper gehorchen genauen Gesetzen, die für die ganze materielle Welt gültig sind. Die Wissenschaft lehrt es uns. Wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln. Wenn uns jedoch die vollkommen logische Vermutung präsentiert wird, daß es hinter der materiellen Welt und dem materiellen Leben, so wie wir es sehen, eine allmächtige, führende, schöpferische Intelligenz gibt, meldet sich unser verdrehtes Denken und widerspricht. Wir gehen emsig daran, uns zu beweisen, daß es nicht so ist. Wir lesen dicke Bücher und ergehen uns in windigen Streitereien in der Annahme, das Universum brauche keinen Gott zu seiner Erklärung. Wären unsere Behauptungen wahr, würde sich daraus ergeben, daß das Leben aus dem Nichts entstanden ist, keine Bedeutung hat und nirgendwohin führt.

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Re: DEIN WILLE GESCHEHE ??

Beitragvon Sybille Claudia R » 23. Jan 2010, 13:11

Liebe Freunde,
( ...meldet sich unser verdrehtes Denken und widerspricht) Zitat aus dem Blauen Buch.
Was soll so ein Satz?
Anderes als gläubiges Denken wird als "verdreht" bezeichnet. Das ist doch total intolerant. Auf welcher Grundlage soll denn da ein Gespräch möglich sein?
Die Diskussionen zwischen Agnostikern, Atheisten und Gläubigen werden in der gesamten Gesellschaft geführt, sind Themen in der Politik und da reicht im Blauen Buch ein Satz, um das Ganze zu lösen??

Ich weiß nicht, ob es etwas gibt hinter allem, ich interessiere mich für die verschiedenen Überzeugungen, Ideen, Glaubensrichtungen. In dem "ich weiß nicht" finde ich mich am meisten wieder.
Wird das Böse, das Leiden erträglicher, wenn es einen Sinn macht? Wenn Glauben Trost spendet, Erklärungen gibt, Halt, Sicherheit, Zufriedenheit, ist es doch gut. Nur, es ist kein Mittel, dass diese Wirkung bei jedem erzeugt. Andere suchen andere Wege, mit Qual und schrecklichen Sachen in ihrem Leben klarzukommen oder eine Anwort auf die Frage nach dem Sinn des/ihres Lebens zu finden. Für mich gibt es keine universelle Wahrheit. Weder die des Nichtglaubens noch die des Glaubens. Ich persönlich finde Intoleranz nicht gut. Vermutlich kann aber jemand anders genauso sehr überzeugt sein, dass in dem Fall oben genau Intoleranz das Mittel der Wahl ist, damit sich die Agnostiker dem Glauben, der hilft, trocken zu leben, öffnen können..... Heiligt der Zweck die Mittel? Wäre auch nicht meine Überzeugung, aber es gibt so viele Denkweisen, so viele Ideen, so viele Überlegungen.....das macht doch auch den Reichtum dieses Lebens aus.
Danke fürs Lesen, Claudia


Blaues Buch

(Kap.4 "Wir Agnostiker"):

Ein gewöhnlicher Stahlträger enthält Massen von Elektronen, die mit unheimlicher Geschwindigkeit umeinanderwirbeln. Diese winzigen Körper gehorchen genauen Gesetzen, die für die ganze materielle Welt gültig sind. Die Wissenschaft lehrt es uns. Wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln. Wenn uns jedoch die vollkommen logische Vermutung präsentiert wird, daß es hinter der materiellen Welt und dem materiellen Leben, so wie wir es sehen, eine allmächtige, führende, schöpferische Intelligenz gibt,

meldet sich unser verdrehtes Denken und widerspricht.

Wir gehen emsig daran, uns zu beweisen, daß es nicht so ist. Wir lesen dicke Bücher und ergehen uns in windigen Streitereien in der Annahme, das Universum brauche keinen Gott zu seiner Erklärung. Wären unsere Behauptungen wahr, würde sich daraus ergeben, daß das Leben aus dem Nichts entstanden ist, keine Bedeutung hat und nirgendwohin führt.
Sybille Claudia R
 

Re: DEIN WILLE GESCHEHE ??

Beitragvon Jochen » 24. Jan 2010, 11:44

Liebe Freunde,

schon öfters habe ich erzählt, wie schwer ich ich mich damit tue, eine höhere Macht anzuerkennen. Mein ganzes Leben verlief eigentlich so, dass man mir entweder versuchte, den lieben Gott einzubläuen (Kindheit) oder auszutreiben (Studium/Arbeitsleben).

Genau dieser Text
Ein gewöhnlicher Stahlträger enthält Massen von Elektronen, die mit unheimlicher Geschwindigkeit umeinanderwirbeln. Diese winzigen Körper gehorchen genauen Gesetzen, die für die ganze materielle Welt gültig sind. Die Wissenschaft lehrt es uns. Wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln. Wenn uns jedoch die vollkommen logische Vermutung präsentiert wird, daß es hinter der materiellen Welt und dem materiellen Leben, so wie wir es sehen, eine allmächtige, führende, schöpferische Intelligenz gibt, meldet sich unser verdrehtes Denken und widerspricht.

hat mich, als ich ihn vor etwa einem Jahr las, stutzig gemacht. In der Tat ist es doch so, dass die Menschen an die winzig kleinen (unsichtbaren) Kügelchen glauben, die in einem Körper umeinanderwirbeln. Gesehen hat sie noch keiner (Als Physiker hätte ich sie ja wohl mal angucken dürfen, während meines Studiums, oder?). Und wenn man dann genauer hinsieht, entdeckt man, dass es sich um ein Modell handelt, um chemische Zusammenhänge zu erklären.

Für mich ist dies ein Hinweis darauf, dass unsere sogenannte moderne Wissenschaft die alten Religionen abgelöst hat. Auch Gott (oder höhere Macht) hat scheinbar ausgedient. "Gott Wissenschaft" hat ihn abgelöst. Die Menschen wurden wissenschaftsgläubig. ( http://interdis-wis.de/wissenschaftsglaeubig.htm )

Wären unsere Behauptungen (das Universum brauche keinen Gott zu seiner Erklärung) wahr, würde sich daraus ergeben, daß das Leben aus dem Nichts entstanden ist, keine Bedeutung hat und nirgendwohin führt.

Für mich war dieser Satz ein Tritt in den Hintern, - mich auf den Weg zu machen, einen Sinn meines Daseins zu suchen. Für mich als Alkoholiker hat dieser Satz -wenn die Behauptung wahr wäre- eine klare Aussage: Es spielt keine Rolle, ob ich trinke oder nicht.

Einen schönen Sonntag wünscht Euch der Jochen
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Re: DEIN WILLE GESCHEHE ??

Beitragvon Claudia R » 24. Jan 2010, 13:35

Hallo Freunde, hallo Jochen,
ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag, Jochen. Das hat mir Aspekte in dem Text des Blauen Buches eröffnet, das war interessant.

Ich empfinde es so, dass es unsichtbare gute und schlechte Energie auf der Welt gibt, oder eher konstruktive und destruktive. Und in mir eben auch. Und ich versuche, mir diese konstruktive Energie vorzustellen, darauf zu vertrauen, dass sie stärker und stärker wird in mir. Was ist der Quell dieser Energie? Ich kann mir das nicht vorstellen, Gott ist für mich einfach zu persönlich, zu "Mensch" mit all den Vorstellungen von Vater und so. Das ist ein Bild, das stellt sich zwischen mich und diese Energie, das kanalisiert es sozusagen in irgendwas, das ich mit Attributen belegen kann, die ich kenne. Ich habe eine Reiki-Ausbildung gemacht und dort habe ich das noch mal ganz stark erlebt, diese unsichtbare Energie. Meistens fühle ich das, dass es diese zwei Kräfte gibt in mir und im Leben überhaupt. Als ob sie da wären, warum auch immer und der Mensch kann sich entscheiden, welche Energie er "anzapft". Denn offensichtlich gibt es in jeder noch so grausamen Situation immer auch Menschen, die sich für die konstruktive Energie entschieden haben. Ich habe mal einen Bericht von einem Mann gelesen, der das KZ überlebt hat. Ich glaube, er sagte sinngemäß, wenn es möglich war, dass es einen Menschen gab, der auch unter diesen Umständen gut bleiben konnte, was der Fall war, dann ist das ein Zeichen, dass es eigentlich allen möglich gewesen wäre. Das heißt ja eigentlich auch, dass ich immer die Verantwortung für alles trage. Ich kann nicht beeinflussen, was mir passiert in vielen Dingen ( Todeszeitpunkt, Unfälle, manche Krankheiten etc.) ich kann nur in jeder Situation versuchen, mich an die konstruktive Energie zu halten.
Vermutlich ist das eigentlich sehr religiöses Denken, nur wird es in der Religion Gott und Teufel genannt.
Ich "bete" sozusagen die konstruktive Energie an :-) Beten ist, glaube ich, ein Zustand der Versenkung, das finde ich sehr schön, diesen Zustand und ich mag auch das Gefühl, etwas anbeten zu können, das ist auch etwas, das ich empfinden kann, wenn ich mir diese Energie vorstelle. Was sie alles an Naturwundern schaffen kann, an Schönheit, was es an traumhaften Kunstwerken gibt, an Musik, an Büchern, an Gedichten, das ist doch unglaublich.
Diesen Teil habe ich in mir und den anderen auch, der denkt, alles ist Zufall, es gibt überhaupt keinen Sinn hinter allem. Natürlich ist in diesen Phasen der Gedanke an Alkohol viel verführerischer. Das stimmt.
Da hilft dann der Gedanke der 24 Stunden, zumindest heute nicht zu rinken. Auch wenn ich nicht genau weiß, warum eigentlich nicht und es unendlich schwer zu sein scheint, sich wieder an die konstruktive Energie anzuschließen. Das ist schon genial, dieser Gedanke der 24 Stunden, die auch noch mal aufgeteilt werden können in einzelne Stunden oder Minuten. Ich kann ( oder will?) nur irgendwie den agnostischen Teil in mir nicht dazu bewegen, sich um der Trockenheit willen aufzulösen.
Danke nochmal Jochen, das hat mir sehr geholfen, Dein Beitrag.
Gute 24 Stunden,
Claudia
Claudia R
 


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